Julian Schlosser 11.12.22 moz art Hotel Loibl

Julian Schlosser: Rising Star

Julian Schlosser: Klavier

Programm:

Jeux d’eau, Maurice Ravel (1875 – 1937)

Jeux d’eau (französisch für „Wasserspiele“) ist ein Klavierstück, das Maurice Ravel 1901 komponierte. Ravel überschrieb die Komposition mit einem Zitat von Henri de Régnier: „Dieu fluvial riant de l’eau qui le chatouille“, also etwa „ein Flussgott, der lacht, weil ihn das Wasser kitzelt.“ Es steht am Beginn einer Reihe von bedeutenden Klavierwerken dieses Komponisten und zeigt im Kern bereits die damals zum Teil revolutionären Eigenarten des Ravelschen Klavierstils.

Sonate Nr. 2, Sergei Rachmaninoff (1873 – 1943)

Die Klaviersonate Nr. 2, Op. 36, ist eine Klaviersonate in b-Moll, die 1913 von Sergei Rachmaninoff komponiert wurde. Drei Jahre nach der Fertigstellung seines dritten Klavierkonzerts zog Rachmaninoff mit seiner Familie in ein Haus in Rom, das Pjotr ​​Iljitsch Tschaikowsky benutzt hatte. Während dieser Zeit in Rom begann Rachmaninoff mit der Arbeit an seiner zweiten Klaviersonate. Da seine beiden Töchter jedoch an Typhus erkrankten, konnte er die Komposition in Rom nicht fertigstellen. Stattdessen zog Rachmaninoff mit seiner Familie nach Berlin, um Ärzte zu konsultieren. Als es den Mädchen gut genug ging, reiste Rachmaninoff mit seiner Familie zurück auf seinen Landsitz Iwanowka, wo er die zweite Klaviersonate vollendete. Ihre Uraufführung fand am 18. Oktober 1913 in Kursk statt. 1931 überarbeitete er die Klaviersonate, mit dem Vermerk „Die neue Version, überarbeitet und reduziert vom Autor“.

Étude Tableaux op. 39/6 (Rotkäppchen), Sergei Rachmaninoff (1873 – 1943)

Die Études-Tableaux (Bilder-Etüden) sind eine von Sergei Rachmaninow geschaffene Gattung, bei der es um die Verschmelzung der Konzertetüde mit technischer und virtuos-effektvoller Komponente mit der Tondichtung für Klavier geht. Das Allegro in a-Moll, der Nr. 6, ist ein aggressives und beängstigendes Stück, das mit bedrohlichen chromatischen Oktavläufen auf der Tastatur beginnt, die von schnellen, schnatternden Diskantfiguren beantwortet werden, die sich schließlich in einen Marsch verwandeln. Die Musik wird hektisch und klingt im Presto fast außer Kontrolle. Die Wirkung des Stücks ist scheinbar mysteriös und doch vollkommen einheitlich. Das als „Rotkäppchen und der Wolf“ bezeichnete Stück endet mit den chromatischen Läufen, die klingen, als hätte der Wolf Rotkäppchen ganz verschluckt.

Fantasie Nr. 14a KV 475 und ….

Wenn Mozart am Klavier fantasierte, wurden die Zuhörer*innen in ein Wechselbad der Gefühle getaucht. Wie im Traum wandelten sie durch imaginäre Räume der Empfindung, worauf die Improvisationskunst des Meisters durchaus abzielte. Wusste er doch um die empfindsamen Regungen des Zeitalters und die Bereitschaft des Publikums, sich vom Sentiment überwältigen zu lassen. Wir wissen von vielen solcher Improvisationen im Rahmen von Mozarts Wiener Konzertabenden mit Orchester. Nur wenige dieser Improvisationen hat Mozart nachträglich aufgeschrieben und nur eine im Druck veröffentlicht: die c-Moll-Fantasie, KV 475, die 1785 bei Artaria in Wien erschien.

… Sonate Nr. 14b KV 457, Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)

Die Sonate Nr. 14 c-Moll KV 457 ist eine Klaviersonate von Wolfgang Amadeus Mozart. Mit der Fantasie c-Moll KV 475 bildet sie ein für sein Œuvre außergewöhnliches Doppelwerk, das 1785 im Artaria-Verlag veröffentlicht wurde. Seine Entstehung fällt in unterschiedliche Zeiten: Während die Sonate bereits im Oktober 1784 komponiert wurde, lag die Fantasie erst im Mai des nächsten Jahres vor. Widmungsträgerin beider Stücke ist Therese von Trattner, eine mit ihm befreundete Schülerin. Sie war die zweite Ehefrau Thomas von Trattners, Taufpate mehrerer Kinder Mozarts, in dessen Trattnerhof Mozarts Familie kurzzeitig im Jahre 1784 logierte.

Rigoletto-Paraphrase, Franz Liszt (1811 – 1886)

Rigoletto ist eine Oper von Giuseppe Verdi, die 1851 am Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt wurde. Die Oper gilt als das erste Meisterwerk Verdis und begründete dessen Weltruhm. Entsprechend der großen Beliebtheit der Oper und ihrer schnellen Verbreitung bestand bald ein Bedarf an Reproduktionen, um u.a. die Wiedergabe in Konzerten zu ermöglichen. So bearbeiteten Anton Diabelli, Karl und Franz Doppler und der Gitarrenvirtuose Johann Kaspar Mertz das Werk. Bis in die Gegenwart erhalten haben sich vor allem die Verdi Paraphrasen und Transcriptionen von Franz Liszt, zu denen auch die Konzert-Paraphrase des Quartetts aus dem dritten Akt von 1859 gehört.

Zum „Rising Star“ Julian Schlosser

Der erst 14-jährige Julian Schlosser studiert seit 2019 Klavier bei Johannes Kropfitsch an der MUK. Letzten Herbst belegte er beim Prof. Dichler-Wettbewerb 2021 den zweiten Platz und präsentierte sich beim Preisträgerkonzert. Ebenfalls im Herbst 2021 setzte er sich in der Junior-Kategorie des Wettbewerbs „Valsesia Musica“ in Italien mit 95 von 100 Punkten durch und erhielt einen ersten Platz. Julian Schlosser hat dabei mit der Rigoletto-Paraphrase von Liszt und dem Prelude Opus 23 Nr. 5 von Rachmaninoff gepunktet. Das Preisträgerkonzert in Varallo im Teatro Civico wurde vom italienischen Fernsehsenders Rai 1 begleitet.

Über seine Erfahrungen schreibt Julian Schlosser selbst: „Für mich war der Wettbewerb eine sehr gute Erfahrung, da die Juniores-Competition ein guter Einsteiger-Wettbewerb ist, um nach dem 21. Lebensjahr an dem Erwachsenenwettbewerb teilzunehmen. Ich selbst kann diesen Wettbewerb nur weiterempfehlen und freue mich auf die nächste Teilnahmemöglichkeit.“