Trio Bohemo 28.10.22 moz art Schloss Festsaal

Trio Bohemo: Klaviertrio 1. Preis Brahms Wettbewerb

Künstler*innen

Jan Vojtek: Klavier 

Matouš Pěruška: Violine

Kristina Vocetková: Violoncello

Programm

W.A.Mozart (1756 – 1791): Trio für Klavier, Violine und Violoncello B-Dur, KV 502

Allegro, Larghetto, Allegretto

G.Fauré (1845 – 1924): Trio für Klavier, Violine und Violoncello d-Moll, op. 120

Allegro, ma non troppo; Andantino; Allegro vivo

PAUSE

S.Rachmaninow (1873 – 1943): Trio für Klavier, Violine und Violoncello „Élégiaque“ Nr. 2, op. 9

Moderato-Allegro vivace, Quasi variazione, Allegro risoluto-Moderato

Das klassische Klaviertrio von Mozart ist kein Nachfolger der barocken Triosonate. Es hat sich vielmehr aus der Klaviersonate der Frühklassik entwickelt, der man, zum Zweck der Hausmusik, Violine und Violoncello hinzufügte. Das Cello verdoppelte die linke Hand im Klavier, die Violine unterstützte den Diskant in der melodischen Ausführung der Oberstimme. Ab dem Trio KV 496 emanzipierten sich allerdings die beiden Streichinstrumente zu selbständigen Stimmen. Die Werke werden immer mehr zu Gesprächen gleichberechtigter musikalischer Individualitäten. In KV 502 beteiligt sich das Violoncello erstmals an der musikalischen Verarbeitung des thematischen Materials. Dennoch bleibt das Klavier immer der eigentliche Melodieträger. Das Trio KV 502 ist in unmittelbarer Nachbarschaft zum majestätisch-prunkvollen Klavierkonzert KV 503 entstanden und zeichnet sich durch Klangreichtum und Dramatik aus.

Faures Trio in d-Moll ist das vorletzte Werk des Komponisten. Wie in allen seinen Spätwerken mach sich der Komponist auch in diesem eindrucksvollen Stück frei von allen Stil- und Schulbegriffen. Durchsichtige Klarheit des Satzes und strahlende Linearität der Stimmführung verbinden sich mit einem Ausdruck der Grazie, die ein wenig an späte Werke von Brahms erinnert.

Seit Michail Glinka 1832 sein Trio pathétique geschrieben hatte, war es eine Eigenart der russischen Romantiker, Kammermusik mit elegischem Inhalt zu füllen: Totenklagen durchziehen das Genre bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, insbesondere in der Gattung Klaviertrio. Tschaikowsky verlieh dieser Tradition den monumentalsten Ausdruck, als er 1882 zum Gedenken an seinen unerwartet verstorbenen Musikerfreund Nikolaj Rubinstein sein Klaviertrio a-Moll komponierte. À la memoire d’un grande artiste lautet die berühmte Widmung dieses bis dahin längsten, russischen Kammermusikstücks.

Nur elf Jahre später hatte die russische Musikwelt einen noch tragischeren Todesfall zu beklagen: Tschaikowsky selbst starb völlig unerwartet im Alter von 53 Jahren an der Cholera (oder an Selbstmord, wenn man einem schon damals aufgekommenen Gerücht Glauben schenken will). In diese aufgewühlte Stimmung hinein schrieb Rachmaninow sein Trio. In seiner ungehemmten Emotionalität und seinen breit angelegten Variationen wurde es ein würdiger Nachfolger des Tschaikowsky-Trios. Vor allem fasziniert daran der Ton rückhaltloser Trauer, eine bis zur Verzweiflung sich steigernde Klage, die jede Phrase zum Bekenntnis werden lässt. 

Das seit 2019 bestehende Trio Bohemo nahm bereits kurz nach seiner Gründung sehr erfolgreich an zahlreichen internationalen Wettbewerben teil. Seit 2020 ist das Trio Mitglied der European Chamber Music Academy, wo die Musiker Unterricht bei Hatto Beyerle, Johannes Meissl und Avedis Kouyoumdjian erhalten. Dies gibt ihnen die Möglichkeit auf den großen Bühnen Europas zu konzertieren. So traten sie unter anderem im Musikverein, beim Gent Festival, beim Prager Frühlingsfestival oder beim Schwarzwald Musikfestival auf. Während des Lockdowns 2020 organisierte das Trio sehr erfolgreiche Benefizkonzerte für Spitäler in Italien und die Caritas der Tschechischen Republik.

>> https://www.triobohemo.com/

PS: Freuen Sie sich auf frische gschmackige Sushi-Kostproben von unserem Partner Eat Happy.